2012-10-05

EU-Austritts-Plattform für die Beibehaltung der Wehrpflicht in Österreich

Kommentar zum Interview mit Mag. Marschall in "Presse-Online" vom 3.10.2012:

Die Aussagen des Obmanns der EU-Austritts-PARTEI zur allgemeinen Wehrpflicht werden von der ÜBERPARTEILICHEN Plattform für den Austritt aus der EU nicht geteilt. In einem kürzlichen gemeinsamen Beschluß sprachen sich die vier Plattform-Organisationen (Initiative Heimat & Umwelt, Initiative für mehr direkte Demokratie, Anti-Gentechnik- Plattform Pro Leben, Tierschutzorganisation Animal Spirit) einstimmig für die Unterstützung der allgemeinen Wehrpflicht aus, die in Wirklichkeit ein Wehr-RECHT für ein Staatsvolk darstellt, sein eigenes Territorium und in unserem Fall - so wie in der Schweiz - die NEUTRALITÄT zu schützen und zu verteidigen. Dieses Recht gilt es zu wahren durch ein Milizheer, in dem das Gros der Soldaten nur für einen möglichen Ernstfall "auf Bereitschaft" aus- und weiter- gebildet wird, und nicht durch ein Berufsheer, in dem alle Soldaten ihr ganzes Leben lang ausschließlich Soldat sind und dies ihr  einziger Beruf ist, von dem sie finanziell abhängig sind.

Berufsheere werden vor allem von der EU mit ihrem Naheverhältnis zur NATO gewünscht, da man damit sowohl die Beteiligung an Angriffskriegen ("militärische Interventionen zur Krisenbewältigung") nach dem Muster des Irak- und Afghanistan-Krieges leichter durchsetzen kann als auch Einsätze im Inneren zur "rechtmäßigen Niederschlagung eines Aufruhrs oder Aufstandes", wofür gemäß EU-Grundrechte-Charta auch die gezielte Tötung erlaubt ist.

Die Überparteiliche EU-Austritts-Plattform hat im Dezember 2011 ein von fast zehntausend Österreichern und
Österreicherinnen durch gemeindeamtlich/notariell bestätigte Unterschriften unterstütztes VOLKSBEGEHREN FÜR DEN AUSTRITT AUS DER EU ordnungsgemäß im Innenministerium eingereicht. Aus offensichtlich nicht rechtlich, sondern politisch motivierten Gründen haben Inneministerin und Verfassungsgerichtshof die Unterschriften zurückgewiesen. Die Bürger werden sich aber nicht unterkriegen lassen! Ab Jänner 2013 können sie erneut für die Einleitung des EU-austritts-Volksbegehrens unterschreiben, diesmal mit einem entspr. adaptierten Text. Wir halten es für sehr wichtig, daß der Austritt aus ESM, EURO und EU von Bürgern aller politischen "Lager" getragen wird als Grundlage für ein selbständiges, neutrales und direktdemokratisches Österreich!

Inge Rauscher, Sprecherin der überparteilichen EU-Austritts-Plattform
und Bevollmächtigte des EU-Austritts-Volksbegehrens.

3424 Zeiselmauer, Hageng. 5, Tel. 02242/70516.

2012-10-04

Lesenswert:


Nachdenk-Seite
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( Und  nicht  ohne uns  und gegen uns !! )






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2012-10-03

Die Partei Neutrales Freies Österreich wirbt für die Anti-EU-Demo

Obmann Rudolf Pomaroli wird bei der Anti-EU-Demo am 26. Oktober 2012 sprechen





  • Willkommen auf der NFÖ-Netzseite!



    In der NFÖ fühlen wir uns diesen Werten besonders verpflichtet:  Neutralität  -  Direkte  Demokratie  -  Eigenstaatlichkeit.
    Ihre Realisierung ist nur außerhalb der EU möglich, daher ist unser Ziel der Austritt Österreichs aus der europäischen Unfriedensgemeinschaft EU.
    Das ist in mehreren Schritten und durch bilaterale Verträge abgesichert, verwirklichbar. Was es dazu braucht: Politiker mit Rückgrat, die sich vor dieser Aufgabe nicht drücken.


    N E U E S T E   M I T T E I L U N G E N




    Petition "Pro Glühbirne" - eine unterstützenswerte Initiative
    Per 01.09.2012 ist die letzte Stufe des von der EU zwangsverordneten Glühbirnen-Verbotes in Kraft getreten. Seit diesem Zeitpunkt sind auch Glühbirnen mit 25 bis 40 Watt Leistung verboten. Darüber hinaus ist von 2013 bis 2016 auch ein Verbot der meisten Halogen-Glühlampen geplant.
    Ab dann könnten Konsumenten legal nur mehr die quecksilberhältigen Kompaktleuchtstofflampen (schönfärberisch „Energiesparlampen“ genannt) und LED-Leuchtmittel – deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit noch weitgehend unerforscht sind – erwerben. (Petitionstext von Ulrich Lintl - Initiator) 
    Die Forderungen lauten daher, dass die Republik Österreich auf ihrem Hoheitsgebiet 
    1. Glühbirnen schnellstmöglich wieder legalisiert
    2. Halogen-Glühlampen über das Jahr 2012 hinaus weiter legalisiert 
    3. schnellstmöglich ein Verbot der quecksilberhaltigen Kompakt-Leuchtstofflampen verhängt und binnen 5 Jahren ein totales Quecksilber-Verbot beschließt.

    Forderungen der "Interessensgemeinschaft für ein faires Wahlrecht" 
    Warum ist ein faires Wahlrecht notwendig und sinnvoll?
    Je fairer das Wahlrecht ist, desto besser ist die Repräsentation des Volkswillen im Parlament gegeben.
    Je besser der Volkswille im Parlament gegeben ist, desto besser und bürgernäher werden die Gesetze sein. Mit einem fairen Wahlrecht kann das Volk bei Fehlentwicklungen bei den nächsten Wahlen bestehende Parteien abwählen und neue Parteien stärken.
    Die Zusammensetzung des österreichischen Parlaments ist derzeit sehr unfair. Die großen Parlamentsparteien SPÖ & ÖVP versuchen neue Parteien am Einzug ins Parlament mit verschiedenen Methoden massiv zu behindern bzw den kleinen Parteien mit Mindesthürden für den Einzug ins Parlament und der Landtage Mandate wegzunehmen. Die Oppositionsparteien FPÖ, BZÖ und Grüne setzen leider auch nur im kleinen Umfang für ein faires Wahlrecht ein.  (Quelle: www.faireswahlrecht.at)
    mehr ->  FAIRES WAHLRECHT --12-09-07.pdf
    Jurjans, Hoffmann, Grüner, Lintl, Marschall, Gehring (von li.)
    Am Mittwoch, 12. September um 10 Uhr fand im Presseclub Concordia in 1010 Wien, Bankgasse 8 eine Pressekonferenz statt.                                        Es wurden die Forderungen der Interessensgemeinschaft für ein faires Wahlrecht in Österreich vorgestellt.
    Als Vortragende standen zur Verfügung:
    -  CPÖ: Dr. Rudolf Gehring, Bundesobmann der Christlichen Partei Österreichs
    -  EU-aus: Mag. Robert Marschall, Parteiobmann der EU-Austrittspartei (Österreich)
    -  KPÖ: Wolf Jurjans, KPÖ-Bezirksrat in Wien Margareten und Mitglied des Bundesvorstands der KPÖ *
    -  Männerpartei: Oliver Peter Hoffmann, Bundesvorsitzender der Männerpartei
    -  NFÖ: Gerald Grüner, Bundesvorstandsmitglied des Bündnisses Neutrales Freies Österreich
    -  Ö-NEU: Ulrich Lintl, Bundesvorstandmitglied Partei Österreich NEU
    * Wir erhielten am 17.9.2012 die Nachricht, dass die KPÖ mit sofortiger Wirkung aus der Interessensgemeinschaft für ein faires Wahlrecht ausgetreten ist.

2012-10-01

Nachdenk-Seite (Autor: Helmut Sperl)

NEU+++NEU+++NEU+++NEU+++NEU+++NEU
Demokratie  in  Österreich.


Nicht-amtliche  Mitteilung !                                                                                                          Weiterverbreitung  erwünscht !



Das  Recht  geht  vom  Volk  aus.

 (Art. 1  österr. Bundesverfassung)

Oder :   Entmündigung  des  Volkes  mit  System ?


Unsere  Demokratie  in  der  Praxis :

        Keine  Volksabstimmungen !
        Alibi-mäßige  Abhandlung,  Schubladierung  und   
       Totschweigen  von Volksbegehren ! 

        Politiker  haben  keinen  „Draht“  zur  Bevölkerung
                                                                  und  machen  Politik  ohne  Volk !

        Das  Recht  geht  vom  Volk  aus.    Aber  nur  am  Wahltag !

        Das  Recht  geht  von  den  Parteien,  Konzernen 
bzw.  von  der  EU  aus !

        In  der  EU  wird  Demokratie  nicht  gestärkt,  sondern  laut 
Lissabon-Vertrag    schrittweise  und  systematisch    beendet !
(langsam  und  verdeckt,  daß  es  nicht  so  auffällt.)

        „Die  EU  müßte  demokratischer  werden …“,  sagen  manche  Politiker ;   das  sind  nur  „Beruhigungspillen“  für  die  Bevölkerung ! 

Es  liegt  an  uns  Bürgern :   Wollen  wir  weiterhin  (wie  schon  seit  Jahr-zehnten)  in  gebückter  Haltung  dahinkriechen  oder  entschlossen  den  aufrechten  Gang  erlernen  und  mutig  Demokratie  einfordern ?

   (Sind  wir  schon  zu  manipulierten,  Kritik-unfähigen  und  leblosen  „Konsum-Idioten“  verkommen ? )
        

Wer  in  der  Demokratie  schläft,  wird  in  der  (EU-) Diktatur  munter ?




Fragen, Anregungen/ Vorschläge, Beschwerden richten Sie bitte an :      nachdenk - seite @ a1.net

Widerstand: Massenproteste gegen EU-Sozialabbau

Massenproteste in Spanien, Portugal und Frankreich

Auf der Straße gegen Europas Sparkurs



  • Gewaltsame Zwischenfälle bei Demonstrationen und Kundgebungen.


Die Spanier haben von Sparprogrammen, Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit genug: Sie fordern eine Änderung des politischen Kurses. APAweb/AP/Daniel Ochoa De Olza

Madrid. Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen und Arbeitslosigkeit treiben in Europa immer mehr Menschen auf die Straße. Am Wochenende versammelten sich Zehntausende Demonstranten in Frankreich, Spanien und Portugal, um gegen die Sparpolitik zu protestieren. Dabei kam es vereinzelt auch zu gewaltsamen Zwischenfällen.
Bei einer Großdemonstration in Paris haben Anhänger der Linksfront und anderer Organisationen gegen den Sparkurs der Regierung unter Präsident Francois Hollande protestiert. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich mehr als 50.000 Menschen an dem Protestmarsch zum Place d'Italie. Sie forderten unter anderem eine Volksabstimmung über den europäischen Fiskalpakt für mehr Budgetdisziplin, der in den nächsten Wochen auch vom französischen Parlament ratifiziert werden soll. Die dort verankerte Schuldenbremse wird nach Auffassung der Kritiker den Handlungsspielraum der sozialistischen Regierung stark einengen und zu einer langanhaltenden Rezession führen.
  Die Demonstration galt als erste große Protestveranstaltung gegen die Politik des neuen sozialistischen Präsidenten Hollande. Er hatte im Wahlkampf ein sozialeres Frankreich und den Verzicht auf allzu harte Sparpläne versprochen. Der Etat für das Jahr 2013 sieht allerdings Steuererhöhungen und Einsparungen in der Höhe von 36,9 Milliarden Euro vor.
Gewalttätige Ausschreitungen in Madrid
Zu Massenprotesten kam es auch in Spanien. Die Demonstranten in Madrid kritisierten die jüngsten Sparbeschlüsse der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy. Dabei kam es in der Nacht auf Sonntag zu gewalttätigen Ausschreitungen: Am Rande der Demonstration warfen Jugendliche Steine auf Polizisten, die ihrerseits Schlagstöcke und Gummigeschoße einsetzten. Mehrere Menschen wurden verletzt. Bereits am Dienstagabend war es bei Protesten gegen die Sparpolitik der Regierung in Madrid zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, bei denen mehr als 60 Menschen verletzt wurden.
Zu der Demonstration in der spanischen Hauptstadt am Samstag war in sozialen Netzwerken unter dem Motto "Umzingelt das Parlament" und "Rettet die Demokratie" aufgerufen worden. Die Regierung Rajoy hatte am Donnerstag bei der Vorstellung des Budgets für 2013 Einsparungen von 39 Milliarden Euro angekündigt. Im neuen Budgetentwurf der spanischen Regierung, der am Samstag dem Parlament in Madrid vorgelegt wurde, geht die Regierung davon aus, dass die kumulierte Staatsverschuldung bis Jahresende auf 85,3 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes steigt. Diese Quoten liegt deutlich über den bisherigen Prognosen und überdies weit über dem EU-Grenzwert von 60 Prozent des BIP.

2012-09-30

«Für eine Wirtschaft zum Nutzen aller»

von Reinhard Koradi
Es gibt viele Möglichkeiten, auf Krisen jeglicher Art zu reagieren. So kämpfen die schuldengeplagten Nationen derzeit gegen ihre wirtschaftlichen Probleme mit Sparpakten, Deregulierung und Privatisierung. Die staatlichen Unternehmen für die Grundversorgung in den Bereichen Verkehr, Energie, Bildung und Gesundheit werden wie das Tafelsilber in der Not nach Diktat der Gläubiger verschachert. Renten werden gekürzt und öffentliche Arbeitsplätze zu Tausenden gestrichen. Volkswirtschaften werden geplündert, ob in Griechenland oder anderswo. Die propagierte Rettung des Euros steht über der Sicherstellung einer geordneten Funktionsfähigkeit der geplagten Volkswirtschaften. Der ungebremste Wettbewerb kennt eben keine Nachsicht: Wer nicht wettbewerbsfähig ist, hat sein Existenzrecht verspielt. Im sogenannten «Freien Markt» setzen die Mächtigen – Global player – die Grenzen nach ihrem Gutdünken. Sie entmündigen den Nationalstaat, negieren die Rechtsstaatlichkeit und rauben den Völkern das Recht auf Selbstbestimmung und damit deren Freiheit. Die verschuldeten Staaten, die über keinen Freibrief zum Schulden-Machen verfügen (wie die USA), werden in Beugehaft genommen. Und zwar so lange, bis sie sich uneingeschränkt in den Dienst des Gross­kapitals stellen und die legitimen Interessen der eigenen Bevölkerung verraten. Oder aber die Bürger ergreifen die Initiative und fordern von ihren Regierungen eine Volkswirtschaft, die den Interessen aller Bürger und damit den Staatsinteressen gerecht wird.

«Für eine Wirtschaft zum Nutzen aller»

Die Zeit ist reif. Mit der Lancierung der eidgenössischen Volksinitiative «Für eine Wirtschaft zum Nutzen aller» wird das Schweizervolk eingeladen, über die Ziele und Art des Wirtschaftens eine grundlegende Diskussion zu führen. In dieser direktdemokratischen Klärung betreffend die Zukunft unseres Landes geht es um die Wirtschaftsordnung und Fairness im nationalen und internationalen Wettbewerb. Mit eingeschlossen ist die Forderung nach einer sorgfältigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Eine gezielte Einflussnahme auf das Wirtschaftsgeschehen durch den Staat soll dazu beitragen, den Machtmissbrauch marktmächtiger Unternehmen, unlautere und ruinöse Wettbewerbsformen und die ausufernde Verschleisswirtschaft einzudämmen. Auch soll geschützt werden, was schützenswert ist. Es wird eine Frage des politischen Willens sein, inwieweit der sogenannte «freie Markt» durch subtile, auf die Interessen des Landes und der Bevölkerung abgestimmte Lenkungsmassnahmen ergänzt wird.
Es ist ein parteienübergreifender Konsens zu finden, um die Fehlentwicklungen, die sich im gesellschafts-, staatspolitischen, strukturellen, sozialen und wirtschaftlichen Umfeld eingeschlichen haben, auszumerzen. Ein Zusammenrücken – oder ein friedliches Zusammenleben – wäre eine günstige Grundlage, die erlaubt, die eingehandelten Souveränitätsverluste und die Handlungsfähigkeit auf die nationale Ebene zurückzuholen. Die Frage, wem soll die Wirtschaft dienen, dem Kapital oder dem Menschen, wird durch die Initiative zwingend gestellt. Allerdings führt diese Fragestellung über eine isolierte Betrachtung des Wirtschaftens hinaus. Einer Stellungnahme zur Zulässigkeit fremder Einmischung in innere Angelegenheiten, zur Bedeutung des inneren Zusammenhaltes, zur Einordnung der Wirtschaft in unsere Gesellschaft und zum Recht auf Selbstbestimmung können wir nicht ausweichen.

Initiative ist notwendig, weil sich die propagierte Freiheit als Sackgasse erweist

Deregulierte Märkte sind grenzenlos. Die versprochenen Freiheiten offenbaren sich als Sackgasse. Der aufgelöste Grenzschutz öffnet das Tor für eine wuchtige Dampfwalze, die rücksichtslos staatspolitische, kulturelle, ideelle Werte wie auch historisch gewachsene Strukturen zermalmt und den Nationalstaat am Lebensnerv trifft. Je länger, je mehr entpuppt sich das durch neokonservative Kreise propagierte und durchgesetzte Diktat des freien Marktes als Trojaner. Es ist ein Angriff auf die abendländische Kultur, die systematisch aufgelöst werden soll. Das dadurch geschaffene Vakuum soll durch Gleichschaltung und Nivellierung auf tiefem Niveau ganz nach dem Gusto des Imperiums ausgefüllt werden. Damit keiner dieser Gleichschaltung entrinnen kann, werden alle Staaten in Sippenhaft genommen (Europa) oder widerspenstige Staaten erpresst (Schweiz).
Das von der EZB und vom FED inszenierte Täuschungsmanöver bezüglich der Rettung der Schuldenländer durch die unbeschränkte Produktion von Papiergeld dient allein dem kapitalistischen System. Dabei wäre eine ehrliche Staatsführung und Wirtschaftspolitik, die dem Allgemeinwohl der Völker dient, keine Utopie. Man müsste einfach die Macht der Hochfinanz brechen. Noch sind die finanziellen, politischen und rechtlichen Grundlagen vorhanden. Die Staaten müssten sich aus der Sackgasse loslösen und ihre Freiheiten wieder zurückholen. Im Grunde genommen geht es um die konsequente Umsetzung des Verfassungsauftrages der einzelnen Nationen – ohne Einmischung von aussen.

Die Schweiz stört

Die Schweiz stört die Vernebelungs- und Konzentrationsstrategie der Macht, weil sie einen anderen Weg aufzeigt. Durch die Einführung der Schuldenbremse, einer bis anhin umsichtigen Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie der Leistungsfähigkeit ihrer Volkswirtschaft, gelang es der Schweiz, den Staatshaushalt auf allen drei Ebenen (Bund, Kantone und Gemeinden) noch weitgehend im Gleichgewicht zu halten. Dies weckt Neid und Gelüste ausserhalb unserer Landesgrenzen und mündet in ein gefährliches Machtgehabe ausländischer Regierungsvertreter.
So haben die Angriffe aus Deutschland ein Ausmass an Unverfrorenheit und Respektlosigkeit angenommen, die eine unmissverständliche Rückweisung dringend notwendig machen. Auch Brüssel, Paris und Washington wollen die Schweiz mit ihren vielfältigen Standortvorteilen zermürben. Ein Prozess, dem sich unser Bundesrat, aber auch unser Parlament energischer entgegen stellen sollten. Statt dessen hofieren noch zu viele Volksvertreter aus der Schweiz in internationalen Gremien und in den Hauptstädten, um sich weiter in den Dienst des globalen Kapitals zu stellen, und selbst die Vermarktung unserer Standortvorteile zu Dumpingangeboten beim globalen Nivellierungspakt ist kein Tabu mehr. Neben Sachwerten und geistigem Eigentum wird sogar die Zukunft unserer Kinder dem Moloch «Globalisierung und Nivellierung» geopfert.

Ein starkes Signal setzen und gewachsene Strukturen schützen

Die über Generationen gewachsenen Strukturen innerhalb unserer Volkswirtschaft verfügen noch über eine beachtenswerte Widerstandskraft. Gleich dem Schutzwald in den Bergen sind sie stark verwurzelt und vernetzt. Die Widerstandskraft gründet in der politischen Reife des Volkes, den gewachsenen Strukturen, der Bildung, im sozialen Frieden und in unserer Tradition. Zuverlässigkeit, Innovationskraft, Qualität und sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen haben ihre Wurzeln in einer sozial verträglichen Wirtschaftsstruktur, auf der die Wettbewerbsfähigkeit und eine weitgehende Sicherheit der Arbeitsplätze basieren.
Im Zusammenhang von internationalen Abkommen, WTO, IWF und den bilateralen Verträgen mit der EU und andern Freihandelsabkommen, wurden weitgehende Eingriffe in die bewährten Strukturen eingehandelt, mit gravierenden Folgen für die Unabhängigkeit und damit das Selbstbestimmungsrecht des Nationalstaates und die Versorgungssicherheit. Die Freihandelsabkommen sind eine Zeiterscheinung, die primär einer globalen Neuordnung der Produktionsstandorte dient. Die Zuordnung erfolgt nach dem Prinzip der tiefsten Produktionskosten, der Grössenvorteile und dem absolut höchsten Gewinnpotential.
Da die Produktionskosten in der Schweiz relativ hoch sind, wird der Werkplatz Schweiz in Billiglohnländer verlagert. Zielvorgabe ist die Maximierung der Renditen auf globaler Ebene. Was für die Schweiz bleibt, wissen wir noch nicht genau. Wenig rentable Produktionen wie landwirtschaftliche Güter werden durch diesen Optimierungsprozess auf jeden Fall ausgelagert, nach China oder Indien – ohne Rücksicht auf Qualität, Gesundheitsrisiken, Tierwohl und Umweltvergiftung. Aber auch die im internationalen Wettbewerb hervorragend positionierten Banken und Versicherungen stehen vor einer unsicheren Zukunft, wird doch der Finanzplatz Schweiz mit recht unkonventionellen, wenn nicht sogar kriminellen Mitteln angegriffen. Vielleicht sollen wir eine Wohlfühloase für die Reichen werden, wie dies die im Bau befindlichen Wellness-Reservate, finanziert durch ausländische Milliardäre, oder die Forcierung der Naturpärke befürchten lassen? Oder werden wir in Zukunft eine flächendeckende Urbanisierung der Schweiz «Greater Area Switzerland» erleben?
100  000 Unterschriften unter die Volksinitiative «Für eine Wirtschaft zum Nutzen aller» sind ein sehr starkes Signal. Eine Botschaft, die sowohl im Inland als auch im Ausland starke Reaktionen auslösen wird. Alle, die für ein friedliches Miteinander, den sozialen Frieden, eine gerechte Form des Wirtschaftens, die Erhaltung der Arbeitsplätze und Vollbeschäftigung mit existenzsichernden Löhnen und Sozialleistungen, der Pflege eines hohen Leistungs- und Qualitätsstandards wie auch für eine menschenwürdige Zukunft der nachfolgenden Generationen einstehen, können sich dem Anliegen der Initiative nicht verschliessen. Bei dieser Initiative gibt es keine Parteigrenzen, sondern allein das gemeinsame Anliegen: Bewährtes zu schützen, das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Allgemeinwohl, der Umwelt und den natürlichen Ressourcen, den vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln und den zukünftigen Generationen eine verantwortungsvolle, faire Wirtschaftsordnung zu übergeben, so dass der Werkplatz Schweiz, die Versorgungssicherheit, die Lebensqualität und das Zusammenleben gefördert werden.    •

«Ich träume von der ersten Firma, die sie vor die Türe stellt» – US-Inspektoren für die Schweiz

von Helmut Hubacher
Stellen Sie sich folgendes vor: Die deutsche Regierung möchte mit eigenen Kontrolleuren erfahren, wie bei uns Produkte hergestellt werden. Das würde mit heller Empörung abgelehnt.
Aus Berlin ist natürlich kein solches Begehren eingetroffen. Wohl jedoch aus Wa­shington. Was noch mehr befremdet: Es ist bewilligt worden. In den nächsten Wochen werden amerikanische Aufpasser wieder Käsereien und Schoggifabriken inspizieren, lese ich in der «Handelszeitung» vom 6.9.2012. «Weshalb will die US-Lebensmittelbehörde wissen, nach welchen Rezepten zum Beispiel Schweizer Schokolade hergestellt wird?»
Auf welches Recht berufen sich die US-Behörden? Mit Recht hat das nichts zu tun. Das ist reine Machtpolitik. Wirtschafts­imperialismus halt. Der amerikanische Markt entspricht einem Fünftel des Weltmarktes. «Kein internationales Unternehmen kann es sich leisten, die USA zu ignorieren. Schweizer Unternehmen schon gar nicht», so die «Handelszeitung». «Zähneknirschend unterwerfen sich deshalb Banken, Pharmafirmen, Revisionsgesellschaften und Lebensmittelunternehmen dem exterritorialen Überwachungsregime der USA.» Die Doktrin der US-Administration ist, amerikanische Gesetze, Verordnungen und Normen seien auch für andere Staaten verpflichtend. US-Recht sozusagen als globale Pflicht. Offenbar unterwerfen sich diesem Regime auch grössere Staaten als nur die kleine Schweiz.
Seit dem «Banken-Krieg» mit den USA wissen wir, dass bei den Steuern nach dem gleichen Prinzip verfahren wird. Washington kassiert sie nicht nur im eigenen Land. Wo immer Amerikaner arbeiten und leben auf dieser Welt, sollen sie an die USA Steuern bezahlen. Auf die Schweiz übertragen hiesse das, die 750'000 Auslandschweizer wären für den eidgenössischen Fiskus noch immer steuerpflichtig. Ein absurder Gedanke.
Wir haben Amerika stets als befreundetes Land der unbegrenzten Möglichkeiten bewundert. Nun spüren wir die unbegrenzten Ansprüche. Liegt die Vermutung daneben, da werde gerade noch Wirtschaftsspionage betrieben?
Weshalb lassen unsere Behörden das überhaupt zu? Wird da einfach gekuscht? Die USA stellen Schweizer Unternehmen vor eine Wahl, die gar keine ist: Vogel, friss oder stirb! Wird die Kontrolle abgelehnt, ist das Amerikageschäft futsch. Dann bleibt der US-Markt gesperrt. Deshalb gibt die Wirtschaft nach. Und ermächtigt die Behörden im Bundeshaus, die Aufpasser hereinzulassen. Die «Handelszeitung» dazu: «Seit einem guten Jahrzehnt gebärden sich die USA als das Land der unbegrenzten Überwachung.» Das geht also schon seit Jahren so. Und im Bundeshaus herrscht dazu das grosse Schweigen. Dabei tangieren US-Inspektoren die Unabhängigkeit der Schweiz aufs Schwerste. Ich träume von der ersten Firma, die sie vor die Türe stellt. Als Mutprobe für andere.
Quelle: Basler Zeitung vom 15.9.2012
* * *
zf. Es stellt sich für jeden Bürger unseres Landes die Frage: Wer verkauft uns hier an fremde Mächte? Die Schweiz ist ein souveränes Land, und es kommt nicht in Frage, dass wir gegenüber welchem Staat auch immer nur einen Millimeter von unserer Souveränität preisgeben. Wir lassen es nicht zu, dass andere Staaten uns sagen, wie unsere Gesetze zu funktionieren haben, und unsere Politiker brav nicken und den Forderungen nachkommen, unabhängig davon, ob das unsere Steuergesetze, unser Bankgeheimnis oder sonst eines unserer Gesetze betrifft.
Auf die Frage, wer die Inspektoren ins Land gelassen hatte, munkelte man im Bundeshaus «wahrscheinlich war es der Schneider-Ammann».

Quelle: Zeit-Fragen

Manifest der Spanier

Ein Vorbild für Österreich:

Wir, das spanische Volk, die wir unter den Folgen einer Krise leiden, die wir nicht selbst zu verantworten haben, sind zusammengekommen um dieses Manifest zu verfassen. Wir rufen alle Bürger auf, sich uns anzuschließen .
Wir sind mit einer Situation konfrontiert, die alle Grenzen des Ertragbaren sprengt. Wir sind die Opfer eines beispiellosen Angriffes, bei dem die Finanzkrise als Vorwand dient, unser Leben und unsere Freiheit zu zerstören.
Die Täter sind jene, die sich mit der Komplizenschaft aller parlamentarischen Kräfte als unantastbare Herrscherclique über uns erhoben haben. Sie manipulieren alle Bereiche des Staates und der Gesellschaft, um ihre überzogenen Privilegien zu erhalten und ihre maßlose illegale Bereicherung fortzusetzen.

Wir erleben, dass uns jede Möglichkeit genommen wird, diesen beispiellosen sozialen Raubzug zu stoppen. Die Regierungen, die uns systematisch ausplündern, tun das genaue Gegenteil von dem, wozu sie ihren Wählern gegenüber verpflichtet wären.

Es gibt für uns keine Gerechtigkeit vor den Gerichten – aber sie, die Banker, Politiker und Geschäftsleute, die die Situation verursacht haben, werden nicht zur Rechenschaft gezogen.
Wir erleben, wie die politische Elite unsere Grundrechte und unsere Freiheit mit Füßen tritt, und wie wir Opfer staatlicher Repression werden, sobald wir eine Änderung der Situation verlangen.
Wir wissen, dass die Probleme so gravierend sind, dass eine Lösung nicht durch die üblichen Mechanismen des politischen Systems und schon gar nicht von dieser Elite für uns, die Menschen, zu erreichen ist.
Deshalb fordern wir den Rücktritt der gesamten Regierung, die unser Land in die Irre leitet, die Benzin ins das Feuer gießt und die uns in die Katastrophe führt.
Wir fordern die Auflösung des Parlaments und sofortige allgemeine Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung. Diese Versammlung wird, unter Beteiligung aller gesellschaftlichen Kräfte, eine neue Verfassung erarbeiten, da wir die derzeitige Verfassung als nicht mehr gültig betrachten, denn sie wurde in Hinterzimmern verfasst, von einer kleinen Herrscherclique, dominiert von den etablierter Erben des Francofaschismus und jenen, die mit ihnen paktierten.
Es müssen aber die Menschen selbst sein, die für den Staat, in dem sie leben wollen, die Rahmenbedingungen schaffen und nicht, wie geschehen, von einem Machtzirkel diktiert werden, der ausschließlich seine eigenen Interessen vertritt.
Wir fordern eine grundlegende Revision der Staatsverschuldung Spaniens und ein Moratorium für den Schuldendienst – solange bis eindeutig feststeht, welchen Teil der Schulden die Nation tatsächlich zu verantworten hat – und zwar nachdem jener Teil davon abgezogen wurde, der nur den privaten Interessen weniger gedient hat und nicht für Zwecke verwendet wurde, die allen Bürgern zu gute gekommen sind.
Wir fordern strafrechtliche Ermittlungen gegen all jene, die in Verdacht stehen, sich an diesen Transaktionen bereichert zu haben, und wir verlangen, dass sie im Falle einer Verurteilung mit ihrem Privatvermögen haften.
Wir fordern eine Reform des Wahlgesetzes, damit Wahlergebnisse tatsächlich den Wählerwillen des souveränen Volkes widerspiegeln, was derzeit in keiner Weise der Fall ist.
Wir fordern die sofortige Aufhebung aller Reformen, die von der konservativen Partido Popular auf den Weg gebracht wurden, weil sie eine Katastrophe für unser Land sind und ein Verrat am demokratischen Auftrag, der ihnen vom Volk erteilt wurde.
Wir fordern eine gerechte Steuerreform. Dabei müssen zuallererst die Reichen und Privilegierten zur Kasse gebeten werden.
Wir fordern die Aufhebung der von der Regierung verordneten Amnestie für Steuerhinterziehung, da sie eine unerträgliche Verhöhnung aller ehrlichen Steuerzahler darstellt.
Wir fordern die Abschaffung aller Privilegien bei der Ausübung politischen Verantwortung und die Umsetzung strengster Kontrollmechanismen zur Erfüllung dieser Aufgaben.
Wir fordern die sofortige Einstellung aller Haus- und Wohnungsräumungen, und verlangen günstige Mieten für die Häuser und Wohnungen, die jetzt in Besitz von Banken sind, denen mit öffentlichen Mitteln geholfen wurde.
Wir fordern, dass die vorhandene Arbeit unter allen Arbeitnehmern gerecht verteilt wird. Es ist ein großer Trugschluss zu glauben, dass Jene, die noch in Arbeit sind, nur mehr und härter arbeiten müssen. Dies nützt nur den Interessen und der Gier Weniger und es entspricht nicht den Interessen der einfachen Menschen.
Aus diesen Gründen rufen wir die Bürger auf, sich ab dem 25. September 2012 für unbefristete Zeit um das Parlament in Madrid zu versammeln und dort so lange zu bleiben bis die Regierung zurückgetreten ist und der verfassungsgebende Prozess eingeleitet wurde.
Dieser Prozess wird das Resultat sein, der Bündelung aller sozialen Kräfte, die für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen.
Wir sind die überwältigende Mehrheit.
Wir sind das Volk.
Was wir verlangen ist richtig.
Wir werden Sie nicht davonkommen lassen.
VOM 25.SEPTEMBER AN WERDEN WIR DEN SPANISCHEN KONGRESS UMZINGELN

Quelle: http://siriusnetwork.wordpress.com/2012/09/29/spanisches-manifest/

2012-09-29

Alle Staaten sollen das Recht haben, gleichwertig und gleichberechtigt die Weltpolitik zu gestalten


UN-Menschenrechtsrat schafft das Mandat des Unabhängigen Experten
zur Förderung einer demokratischen und gleichberechtigten Weltordnung

Interview mit Professor Dr. iur. et phil. Alfred de Zayas
thk. Professor Dr. iur. et phil. Alfred de Zayas wurde am 23. März zum Unabhängigen Experten bei der Uno zur Förderung einer demokratischen und gleichberechtigten Weltordnung vom Menschenrechtsrat ernannt. Er ist der erste, der dieses neu geschaffene Mandat übernehmen durfte, um so im Bereich der Demokratisierung der Uno und der in ihr vereinten Nationalstaaten wirken zu können. Bereits in der Herbstsession des Uno-Menschenrechtsrates hat Alfred de Zayas seinen ersten Bericht vorgelegt und ist dabei auf grosse Zustimmung gestossen. Der Unabhängige Experte, der eine lange Karriere an der Uno aufweist, war, wie er selbst sagte, nicht ganz unerwartet zu diesem Amt gekommen, da er sich schon sehr lange mit der Frage der Ausgestaltung echter, das heisst direkter Demokratie, wie sie in der Schweiz existiert, beschäftigt hat. Mit seinem Mandat möchte sich Alfred de Zayas für den Frieden und die Gleichwertigkeit der Völker einsetzen. Zeit-Fragen hat Professor de Zayas an der Uno in Genf getroffen.
Zeit-Fragen: Herr Professor de Zayas, wie muss man die Aufgabe Ihres Mandats verstehen?
Prof. Dr. de Zayas: Die Aufgabe bedeutet eine Synthese von bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Rechten. Es ist ein versöhnliches Mandat, das auf Zusammenarbeit bzw. Solidarität abzielt. Die Staaten des Nordens, des Südens, des Ostens und des Westens sollen sich in diesem Mandat finden und darin etwas Verbindendes sehen. Es ist ein konstruktives Mandat, das auf den Zielen und Grundsätzen der Uno-Charta aufbaut. Es ist also kein Mandat, das gegen einen bestimmten Staat, gegen eine bestimmte Region, gegen eine bestimmte Philosophie oder Ideologie zielt.
Hier geht es um zweierlei: um eine Demokratisierung auf der nationalen Ebene, aber auch auf der zwischenstaatlichen, internationalen Ebene.
Was muss man sich unter einer Demokratisierung auf internationaler Ebene vorstellen?
Wir brauchen eine Weltordnung, die wirklich demokratisch ist, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Das bedeutet, dass alle Staaten daran beteiligt werden müssen. Bei Entscheidungen, die das Zusammenleben auf unserer Welt betreffen, müssen alle Staaten als Vertreter ihrer Völker etwas zu sagen haben. Diese Gleichberechtigung, die Gleichwertigkeit aller, ist zentral im Text der Resolution 18/6, die das Mandat begründet hat. Ich werde mich sehr genau an den Wortlaut der Resolution halten, wie ich bereits in meinem ersten Bericht gezeigt habe.
Was soll damit erreicht werden?
Die Staaten der sogenannten dritten Welt, die Staaten des Südens, möchten eine Weltordnung, die auf Gerechtigkeit basiert. Sowohl der Handel als auch die Verteilung der Ressourcen muss gerecht geschehen. Die Kluft zwischen Arm und Reich darf nicht weiter vergrössert, sondern muss verkleinert werden. Ohne dass ich bestimmte Staaten nennen muss, kann ich die Thematik erkenntnistheoretisch so behandeln, dass ich Begriffe wie Demokratie, Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und nationale Identität mit Leben füllen kann.
Wie ist hier Ihre Vorgehensweise?
Es finden sich bei den Vereinten Nationen enorme Quellen dazu. Ich werde mich dabei auf die Berichte von ehemaligen Rapporteuren stützen, auf Studien der Unterkommission der ehemaligen Menschenrechtskommission, des Menschenrechtsrates selbst oder auf Studien der Generalversammlung. Gewiss beabsichtige ich keine Wiederholung dessen, was bereits gemacht worden ist. Ich werde aber darauf aufbauen. Wie Sie wissen, war ich Sekretär des Menschenrechtsausschusses und Chef der Beschwerdeabteilung. Auch die Jurisprudenz des Ausschusses steht mir zur Seite.
Wie schätzen Sie den Wirkungsgrad dieses Mandats ein?
Ich bin sehr optimistisch, was das Mandat anbetrifft, weil bereits viele positive Reaktionen bei mir angekommen sind, seitdem ich ernannt und meine E-Mail-Adresse an der Uno für alle bekannt wurde, nämlich ie-internationalorder(at)ohchr.org. NGO, Intergouvernamentale Organisationen, Staaten, zivile Organisationen und einzelne Personen haben sich mit konkreten Vorschlägen bei mir gemeldet – zum Beispiel, wie sie mein Mandat verstehen, wo sie die Prioritäten sehen usw. Diese Anliegen und Vorschläge nehme ich ernst. Ich werde alles genauestens studieren. Bereits in meinem Bericht an den Menschenrechtsrat habe ich unter Absatz 11 eine Liste von Themenvorschlägen, die ich von Interessierten erhalten habe, zitiert. Ich werde diese Vorschläge natürlich bevorzugt behandeln.
Was entsteht aus all diesen Anregungen und Anfragen?
Ich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Bericht über den Begriff der Partizipation bzw. der Teilnahme der Menschen an der politischen Gestaltung in der Demokratie schreiben, aber über die Mitbestimmung auf der nationalen und internationalen Ebene, über Fragen der Manipulierung der öffentlichen Meinung usw. schreiben. Diese Studien werde ich dann nächstes Jahr dem Menschenrechtsrat vorlegen. Dabei geht es innerstaatlich nicht nur um das Wahlrecht, sondern auch um das Recht, politische Regeln mitzugestalten. Demokratische Wahlen alle vier Jahre sind eine gute Sache, aber man muss wirkliche Optionen haben und nicht nur pro forma stimmen. Die Bevölkerung muss auch die Gelegenheit haben, die Aussenpolitik authentisch mitzugestalten, so dass Regierungen nicht mehr gegen den Willen der Bevölkerung Aussenpolitik betreiben können.
International gesehen, sollten die UN bzw. der Sicherheitsrat insofern reformiert werden, dass mehr internationale Teilnahme bzw. Demokratie verwirklicht wird.
Im Oktober sprechen Sie vor der Generalversammlung. Worum geht es dort?
Ja, ich muss einen anderen ausführlicheren Bericht der Generalversammlung präsentieren. In diesem Bericht identifiziere ich eine Reihe von Hindernissen und versuche, gute Praktiken zu nennen und der Generalversammlung Empfehlungen zu unterbreiten. Das wird am 30. Oktober 2012 in New York – deo volente – geschehen. Ich werde sehen, welche Reaktionen die Staaten in der Generalversammlung auf meinen Bericht zeigen, was sie mir vorschlagen werden.
Wie kann man die Grundlagen des demokratischen Zusammenlebens anderen Ländern vermitteln? Ein «arabischer Frühling» oder militärische Interventionen der Nato helfen hier sicher nicht weiter.
Ich verstehe mein Mandat nicht als ein Mandat des Naming and Shaming. Mein Mandat ist, wie bereits gesagt, ein konstruktives, das helfen soll, diese Begriffe überall gleich zu verstehen. Wenn ich Demokratie sage, sollte das mehr oder weniger dasselbe sein, was auch eine Person in Nordamerika, Südamerika, Australien, Osteuropa, China, Indien oder Afrika darunter versteht. Es darf nicht sein, dass Demokratie à la carte verstanden wird, genauso wenig, wie es inakzeptabel ist, dass das Völkerrecht nach Belieben angewandt wird. Eines der Haupthindernisse für den Weltfrieden und das Erreichen einer demokratischen und gerechten «Weltordnung» ist nämlich, dass viele Staaten das Völkerrecht nicht gleichmässig anwenden, hier sagen sie ja und dort nein. Ohne bestimmte Staaten kritisieren zu wollen, möchte ich auf diese fundamentale Problematik hinweisen. Letztlich glaube ich, um ein englisches Wort zu verwenden: «The bottomline is participation.»
Das bedeutet?
Das heisst, die Bürger müssen an der Politik teilhaben und mitgestalten können, und zwar direkt. Das Modell der direkten Demokratie bietet hier enorm viel. Man muss die Möglichkeit haben, eine Gesetzgebung zu initiieren. Die Möglichkeit zur Prüfung von Gesetzen durch Referenden, aber auch die Möglichkeit, Regierungsbeamte bzw. Politiker zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie eine ganz andere Politik führen, als sie versprochen haben – das muss das Wesen der Demokratie sein. Die gewählten Politiker müssen belangt werden können, wenn sie das Versprechen, das sie dem Bürger gegeben haben, gebrochen und somit das Vertrauen missbraucht haben. Darum muss es eine Möglichkeit geben, diese Personen aus dem Amt zu entfernen. Bei uns in den USA gibt es dafür den Begriff des Recall oder Impeachment.
Ich werde also das Modell der direkten Demokratie genau studieren. Es geht um die Frage, wie man dieses Modell mit gewissen Abänderungen in anderen Ländern anwenden könnte. Allerdings muss man bei jedem Land seine Historie, seine Kultur, seine Tradition und seine individuellen Vorstellungen des Zusammenlebens berücksichtigen.
Welche Rolle hat für Sie dabei der Nationalstaat?
Genauso wie im antiken Griechenland mit der Polis ein Staat entstanden ist, in dem die Bürger an der Politik teilnehmen konnten, so soll es für die einzelnen Länder auch gelten. Also der Nationalstaat ist bei diesem Vorgang entscheidend. International gesehen möchten wir, dass alle Staaten das Recht haben, gleichwertig und gleichberechtigt die Welt­politik zu gestalten. Aber auch intern, also national gesehen, müssen die Bürger eines bestimmten Staates für die eigene Identität, für die eigene Kultur die für sie richtigen Gesetze annehmen und eine Politik wählen, die die Menschenrechte und die Würde von allen Bürgern gewährt.
Herr Professor de Zayas, wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Ausgestaltung Ihres Mandats und danken Ihnen herzlich für das Gespräch.    •
Leser werden von Professor de Zayas herzlich gebeten, Ihre Vorstellungen an ie-internationalorder(at)ohchr.org zu verschicken.

Quelle: Zeit-Fragen