23.10.18

Geht der Demokratie das Volk aus?

 Ein herrlicher Kommentar von DI Dr. Klaus Woltron:

(...)Abhilfe soll, wie gerade inmitten dicker Qualmwolken heiß diskutiert wird, die direkte Demokratie schaffen - als Überdruckventil, aus dem der üble Dunst des Volkszorns entweichen darf, ohne größeren Schaden anzurichten. Die wechselwarme Mentalität der Österreicher rät von verbindlichen Volksabstimmungen jedoch ab. Man stelle sich, nach einem der herzergreifenden Auftritte unserer EU-Legionäre oder des vom Ischias geplagten Herrschers Europas fände alsbald eine Abstimmung über den Verbleib Österreichs in der EU statt! Allein stünden wir da, den Stürmen der Weltgeschichte ausgesetzt, ohne den unfehlbaren Schutz des Schengener Abkommens. Entbunden von der edlen Pflicht des Aufspannens von Rettungschirmen wankten wir dahin, tränenblind, wie Rohre im Wind, wie die schutzlosen und verarmten Schweizer. Viel ärger noch: Nach Bekanntwerden eines argen Sittlichkeitsverbrechers käme der Täter ohne sofortige Hinrichtung durch Hängen nicht davon. Das alles geht gar nicht.


(...) Führungskräfte in politischen Systemen durchlaufen einen langen Auswahlprozess. In Nachwuchsorganisationen der Parteien werden sie stromlinienförmig abgeschliffen und nehmen, je nach Material, die Form von Projektilen oder Zäpfchen an. Die Kunst, zu allem Jedem in schaurigen Schachtelsätzen fast nichts von sich zu geben, wird perfektioniert. Intrigen werden ebenso trainiert wie das flinke Versprechen dessen, was das wankelmütige Volk sich zur Stunde gerade wünscht. Solcherart gestählt, stellt man sich der Wahl. Das Volk stimmt alsdann über Übel ab, die längst festgelegt waren, bevor sie sich zur letzten Kür stellen. Die Meisterschaft gedungener Spin-Doktoren, welche den diversen Zeitungsberichten einen endgültigen Dreh in Richtung des gerade Dienlichen geben, gibt dem Spiel den letzten Rest. 

http://www.woltron.com/web/files/uploads/f-1917637355bcddf4de5088.pdf

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