31.03.19

Europäische Einigung: Spiel mit gezinkten Karten


Unification européenne: jouer avec des cartes biseautées
European unification: Playing with marked cards

Im August des Jahres 2016 legten Angela Merkel, Francois Hollande und Matteo Renzi am Grab des ehemaligen EU-Kommissars und EU-Abgeordneten Altiero Spinelli Blumen nieder. Der Trotzkist und Europa-Vordenker war 1941 Mitverfasser des Manifests von Ventotene in dem unter anderem ein europäischer Bundesstaat, eine europäische Armee und eine sozialistische Revolution propagiert wurden. Nicht zuletzt forderten die Autoren „von Fall zu Fall“ die Abschaffung oder Beschränkung des Privateigentums und ein Ende der wirtschaftlichen Autarkien.
Selbstverständlich vergaß man nicht darauf hinzuweisen, dass in Zeiten revolutionärer Krisen die Demokratie zu einem Hemmschuh werden könnte. Und so dient heute noch dieses Manifest einigen EU- Politikern und -Funktionären als ideologische Grundlage, auch wenn sich dieselben in dieser Plutokratie der Reichen und Mächtigen wie Maden im Speck eingenistet haben. Vielleicht nicht im Sinne Spinellis, dessen revolutionäre Ambitionen allerdings später eingebremst wurden.
Doch bereits acht Jahrzehnte vor Merkels Spinelli-Gedenkminute sprach in Rostock ein ideologischer Gegner des Italieners, der „politisch zuverlässige Nationalsozialist“ Walter Hallstein, ebenfalls von einem neuen, vor allem wirtschaftlich geeinten Europa. Hallstein geriet aber bei Kriegsende in US-Gefangenschaft und war später – nach „Umerziehung“ in Amerika –  als außenpolitischer Berater Adenauers der politische Kopf hinter den Verhandlungen, die zu den Römischen Verträgen und danach zur Gründung derEuropäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) führten.
Hallstein war beileibe nicht der einzige ehemalige NS-Funktionär der sich nach dem Kriege in den Dienst einer neuen von Washington angepeilten Weltordnungsidee stellte, wobei derKalte Krieg diesen von US-Seite diskret finanzierten Europa-Bestrebungen durchaus entgegenkam. So finanzierte, zum Beispiel, das American Committee for a United Europe(ACUE) im Jahre 1958 (laut The Telegraph) mehr als die Hälfte der Stiftung zur Förderung der europäischen Einigung.Da konnten andere, eher private Initiativen wie der rechtskonservative Zirkel des Otto von Habsburg zwecks Einigung Europas unter christlichem Vorzeichen, nur auf der Strecke bleiben.
Etwa zur gleichen Zeit betraten zwei Männer die europäische Bühne, die heute zu den Gründervätern der Europäischen Einigung zählen: Robert Schuman und Jean Monnet. Letzter ist bekannt als Autor des Monnet-Plans, der seine Fortsetzung im Schuman-Plan fand. Schuman, dem die deutsch-französische Aussöhnung auf amerikanischen Druck hin ein Anliegen wurde und dessen Bürochef die Federführung Washington später bestätigte, stand Monnet treu zur Seite.
Monnet, der bei dem Einigungsprozeß stark die Fäden zog, stand ganz offensichtlich auf der Gehaltsliste der CIA. Eine von mir schon einmal erwähnte Tatsache, die jetzt durch Dominique de Villepins Buch* vom Geruch der Verschwörungstheorie befreit worden sein dürfte. Der fanzösische Politker und Schriftsteller präsentierte unter anderem einen Brief der Chase Manhattan, in dem Monnet als neuer Kunde begrüßt und der Eingang von immerhin 100.000 Dollar bestätigt wurde.
Nun schien zwar auch Schuman den US-Avancen nicht abgeneigt und die Überwindung der Nationalstaaten sowie der globale Markt ein Anliegen, doch Monnet, in dessen Biographien das Bild eines armen Schluckers gezeichnet wird, verfolgte wohl am konequentesten jenen Plan, der fast ausschließlich US-amerikanische Interessen berücksichtigte. Natürlich unter indirekter Federführung von US-Politikern, CIA-Agenten und US-Generälen und unter Umgehung nationaler Regierungen, wobei in diesem Zusammenhang US-Diplomat G.W. Ball sogar von einem Verschwörungskommando gesprochen haben soll.
Im Grunde wollte man ein schwaches Europa, keine Konkurrenz jedenfalls. An der Spitze eine mit politischer Macht ausgestattete, von Lobbys abhängige technische Institution, also eine Art Executiv-Power, wie Projektleiter Außenminister Dean Acheson gemeint haben soll. Sogar das Europäische Parlament in seiner heutigen machtlosen Form war angeblich bereits 1950 so angedacht. Der vorgesehenen technischen Exekutive würde die heutige EU-Kommission ja absolut entsprechen.
Das alles sollte nach Monnets Worten, im Gegensatz zu Spinellis eher ungestümen Vorgehen, „mit kleinen (verschwörerischen,Anm.) Schritten“ vorangebracht werden, damit die Europäer nichts davon merken. Das erinnert doch stark an Junckers ähnlich lautende Worte: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“  Sollte es dennoch Aufruhr geben, sieht ein „militärisches Strategiepapier“ der EU ohnehin entsprechende Niederschlagungsmöglichkeiten vor.
Wohlgemerkt! bis es kein Zurück mehr gibt.  Nicht nur in diesem Sinne, auch hinsichtlich des globalen Finales sind sich linke wie rechte Mitglieder dieser Sekte in Brüssel schon einmal einig. Für sie, besonders für die dahinter wirkenden Mächte, ist eben nicht die Europäische Union das Ziel, sondern diese ist nur eine Etappe hin zu einer neuen Weltordnung unter US-Oberhoheit. Wer dieser dann vorsteht, bleibt einmal dahingestellt. Eine wesentliche Rolle auf dem Weg dahin spielt gerade jetzt, und das im Einvernehmen mit der UNO (replacement migration), der „Neuansiedlungsrahmen“ der EU-Kommission.
Der bereits berüchtigte EU-Vizepräsident Frans Timmermanns ist ja davon überzeugt, dass erst dann, wenn Vielfalt sich im enferntesten Winkel Europas durchgesetzt habe, Frieden und Freiheit in Europa herrschen werden. Wie schön. Für Timmermanns, aber nicht nur für ihn, ist vor allem die Vereinigung Europas mit Afrika eine Schicksalsfrage.Schließlich sei – dies nach Nicolas Sarkozys Worten –  Rassenvermischung eine „zwingende“ Angelegenheit. Merkwürdig, dass unseren nationalen Spitzenpolitikern dazu und zu dieser Zwangsunion im allgemeinen nichts außer oberflächlichem Reform-Blabla einfällt. Zu schön am EU-Futtertrog?
Zumindest Domique de Villepin spricht als einer der wenigen Politiker von einer bereits 70 Jahre andauernden Verschwörung gegen Europa. Und  der vor wenigen Monaten verstorbene Philosoph Robert Spaemannvon von einem „falschen Europa“ und der „Kolonisierung unserer Heimat“. Ich aber frage mich, haben wir es nicht längst mit einer weiteren Jahrhundertlüge und, im Hinblick auf den geplanten Bevölkerungsaustausch, mit einem einzigartigen Jahrhundertverbrechen zu tun? Wie ist es möglich, dass dieses falsche Spiel so wenige durchschauen?
Ganz einfach, weil, wie schon Friedrich II in einem Brief an seine Schwester richtig bemerkte: „Souvent un peu de verité se mele au plus grossier mensonge“ (“Oft mischt sich eine kleine Wahrheit mit der gröbsten Lüge“). Oder, um es mit Hitlers Propagandaminister zu sagen: „Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben“. Wie lange noch?
*“Dominique de Villepin: J’ai tiré sur le fil du mensonge et tout est venu “
(Quelle: Müller´s Klartext)

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