21.09.11

Britische Konservative wollen Austritt aus der EU

Als "bedrückendes Joch" bezeichnet ein Abgeordneter die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. Viele Konservative wollen stattdessen nur eine Handelsbeziehung. Bei den britischen Konservativen wächst der Druck auf Regierungschef David Cameron, in einem Referendum über den Verbleib des Landes in der EU abstimmen zu lassen. "Brüssel ist ein bedrückendes Joch geworden und verschandelt die britische Unabhängigkeit", schrieb der einflussreiche Tory-Abgeordnete und Europaskeptiker Mark Pritchard in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Daily Telegraph".

London


Die Houses of Parliament in London.

 

Einige Mitglieder der Konservativen wollen über den Verbleib Großbritanniens in der EU abstimmen lassen

Viele Briten würden die EU als "Besatzungsmacht" empfinden, die Freiheiten einschränke, Steuern erhebe und die britische Kultur schwäche. Die Briten sollten daher in einer Volksabstimmung darüber entscheiden dürfen, ob Großbritannien anstelle einer EU-Mitgliedschaft lediglich eine Handelsbeziehung mit der EU führen solle. 

London
Foto: Getty Images/Getty Abgeordnete geben eine Petition zum Referendum über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens am Regierungssitz in der Downing Street ab
Die Unterstützung der konservativen Abgeordneten für die Europapolitik der Regierung sei auch angesichts der Eurokrise nicht länger sicher, schrieb Pritchard. "Konservative Abgeordnete werden nicht weiterhin Blankoschecks für Arbeiter in Lissabon ausstellen, während die Menschen in London und Leicester vor dem Arbeitsamt Schlange stehen."
In der vergangenen Woche hatten sich 120 konservative Abgeordnete ohne Regierungsfunktion getroffen, um über die Zukunft Großbritanniens in der EU zu beraten. Sie sind zunehmend erbittert darüber, dass Cameron keine Anstalten macht, an Brüssel übertragene Kompetenzen nach London zurückzuholen.
Der Koalitionspartner der Konservativen, die Liberaldemokraten, wollen die Verbindungen zur EU hingegen nicht abschwächen. Auf dem Parteitag der Liberaldemokraten in Birmingham hatte Finanzstaatssekretär Danny Alexander am Sonntag betont, "Anti-Europäer" seien die "Feinde" von Wirtschaftswachstum.
AFP/smb /(welt.de)

 

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