06.11.14

Frieden schaffen!


Zur Ausstellung von Theo Dannecker in Adliswil, Zürich

von Dr. Vera Ziroff Gut
Nach den erfolgreichen Ausstellungen von 2008 in Zürich, 2009 in Glarus und 2013 in Ebnat-Kappel zeigt der Konzeptkünstler Theo Dannecker neue und bekannte Werke zum Thema «Frieden schaffen» vom 6.–28. November 2014 im Kulturtreff in Adliswil, Kanton Zürich. In Collagen, Objekten und Installationen veranschaulicht er die Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens in einem gesellschaftlichen Aufbau von der Heimatgemeinde bis zur Völkergemeinschaft.

(...)»  «Sag ja zum Frieden». Und wenn wir den Raum verlassen, heisst es: «Denn Du bist ein Mensch.» Um wirklich Frieden schaffen zu können, muss sich der Mensch für den Frieden entscheiden und den Entschluss fassen, sich mit all seinen Kräften dafür einzusetzen. Friede entsteht nicht durch das Schweigen der Waffen – das sehen wir seit vielen Jahren in Israel und Palästina. Der Friede verlangt Aktivität und die Bereitschaft, die Ursachen und Probleme, die zu einem Konflikt geführt haben, gemeinsam mit dem Kriegsgegner zu lösen.

(...) Alle Länder sind gleichwertig, jedes Land ist einzigartig. Er breitet eine Weltkarte mit 196 Staaten vor uns aus, bei der jedem Land eine andere Farbe zugeordnet wurde, und zwar so, dass farblich ein harmonisches Bild entsteht. So hat jedes Land eine individuelle und besondere Bedeutung und ist unentbehrlich im ganzen Harmoniegefüge. Im Zentrum steht in Rot das Beispiel Schweiz. In einzelnen Über- und Unterschriften sagt uns Dannecker, was er damit meint: Der Konzeptkünstler breitet seine Botschaft klar vor uns aus, er überlässt nichts dem Interpreten: «Die Erde beherbergt heute 196 Staaten mit ca. 8 Milliarden Menschen», «Sie alle haben und tragen das gleiche Recht, damit die Welt eine Zukunft hat», «Die Schweiz ist ein Beispiel dafür, dass die direkte Demokratie verwirklicht werden kann. Tragen wir Sorge zu ihr», «Alle Länder sind gleichwertig, jedes Land ist einzigartig. Grund genug, um sich die Hände zu reichen und sich gegenseitig zu ermutigen, die anstehenden Probleme zu lösen». Im Blinklicht eines Leuchtturms, der dem Seefahrer seit Jahrhunderten den Weg weist, heisst es: «Es ist das Gewissen, das uns die Orientierung gibt.» Ein Ständer mit der Umrisszeichnung eines menschlichen Kopfes in der Art von Munchs Schrei, Die Not genannt, und ein anderer mit der Zeichnung eines Hundekopfes, der Die Wache heisst, stehen vor der Landkarte und verdeutlichen, dass heute einerseits in vielen Ländern die Menschen Not leiden und dass wir andererseits auf unsere Errungenschaften wie zum Beispiel die direkte Demokratie achten müssen. Ein Wecker zeigt an, es ist fünf Minuten vor 12 Uhr, diese Probleme zu lösen. Dannecker nimmt uns in die Pflicht: Noch nie wurden so viele Kriege geführt wie heute. Aber: Die Menschen können aufeinander zugehen und Frieden schaffen. Noch nie war der Aufruf «Frieden schaffen» nötiger als heute.

(Zum Artikel in Zeit-Fragen)

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