29.09.12

Ein Ritt über den Bodensee


Es war einmal......und kommt wieder!


Die österreichische Credit-Anstalt war 1931 die größte Bank Zentraleuropas. Ihr Zusammenbruch, der immer noch als eine der größten Bankenkrisen der Geschichte gilt, brachte die Weltwirtschaftskrise aus den USA nach Europa. Eine Bank nach der anderen und viele Industriebetriebe machten daraufhin Bankrott . weiter>>



Kronen Zeitung vom 17. Mai 1931:

Der Bund rettet Österreichs größte Bank

Wien, 11. Mai, Die Direktion der Österreichischen Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe hat der Bundesregierung mitgeteilt, dass, wie sich bei der Ausstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 1930 ergeben hat, außerordentliche Verlußte in der Höhe von insgesamt 140 Millionen Schilling eingetreten sind. Diese Verluste sind zurückzuführen auf die Fusion mit der Boden-Credit-Anstalt, auf die Entwertung des Effekten-Portefeuilles sowie auf notwendige Abschreibungen bei den Debitoren.
Diese Lage erheischte ein sofortiges Einschreiten der Bundesregierung, um die gesamte österreichische Wirtschaft vor den unabsehbaren Folgen, die sich aus einem Versagen der Credit-Anstalt hätten ergeben müssen, rechtzeitig und wirksam zu schützen.
Die in den letzten drei Tagen ununterbrochen geführten Verhandlungen der Regierung mit allen in Betracht kommenden Faktoren haben zu einem vollen Erfolge geführt. Unter gleichzeitiger Herbsetzung des Aktienkapitals der Credit-Anstalt um 25 Prozent werden der Anstalt neue Mittel in einem solchen Ausmaße zugeführt, daß der eingetretene Verlust zur Gänze gedeckt und das bisherige Eigenvermögen von 165 Millionen Schilling nicht nur wiederhergestellt, sondern vermehrt wird.

An der Aufbringung der zu diesem Zwecke erforderlichen Mittel beteiligen sich der Bund mit 100 Millionen Schilling, die Nationalbank und das Haus Rothschild mit je 30 Millionen Schilling.
Zur Beschaffung der vom Bund beizustellenden Mittel wird die Bundesregierung dem Nationalrat den Entwurf eines Gesetzes vorlegen, durch das sie zur Begebung von Schatzscheinen ermächtigt wird. Zur Beschlussfassung hierüber ist der Nationalrat schon für morgen Mittwoch nachmittags 3 Uhr einberufen. Die Fühlungnahme der Bundesregierung mit den politischen Parteien hat ergeben, daß die sofortige Veranschiedung des Gesetzesentwurfes außer Zweifel steht. 


Am 11. Mai 1931 war die Creditanstalt schon zahlungunfähig. Die Folge dieser staatlichen Rettung waren auch schon damals Sparmaßnahmen etwas bei Gehälter und Steuern. Am Ende hat sich der Verlust auf damalig unvorstellbare 1 Milliarde Schilling erhöht. Die Parallelen zur Gegenwart sind unübersehbar.






Fazit: Ohne EU können die Banken an strenge Regelng gebunden und die Kapitalverkehrsfreiheit abgeschafft werden. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

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