09.04.14

Nigel Farage: „Wir werden regiert von Großkonzernen, Großbanken und großen Bürokraten“

Der britische Querdenker Nigel Farage hielt eine denkwürdige Rede anlässlich
der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Griechenland.
Zum Antritt der griechischen EU-Ratspräsidentschaft hielt Antonis Samaras Anfang des Jahres eine
Rede vor dem Europäischen Parlament. Im Anschluss erhielt der griechische Premierminister im
Rahmen kurzer Wortmeldungen Lob von diversen Parlamentariern, insbesondere für den
Konsolidierungskurs Athens.


Dann kam der britische Abgeordnete Nigel Farage (UKIP) an die Reihe. Sehen Sie das Video seiner
kurzen, aber aussagekräftigen Rede. Sie erhält angesichts der kommenden Europawahlen im Mai
neue Aktualität. Die deutsche Übersetzung im Wortlaut :


„Ich gratuliere ihnen, Herr Samaras. Dass die griechische Ratspräsidentschaft so
großartig begonnen hat. Ihre erfolgreichen Übernachtverhandlungen über den
MiFID [Anm. d. Red.: MiFID = Markets in Financial Instruments Directive =
EU-Richtlinie zur Harmonisierung der Finanzmärkte im europäischen
Binnenmarkt]. Ich bin mir sicher, die Leute werden durch die Straßen von Athen
tanzen. Obwohl Ihr Land sehr dürftig von Goldman Sachs beraten wurde, einer
Währung beizutreten, die niemals zu Ihnen gepasst hat. Obwohl 30 Prozent
arbeitslos sind und 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit herrscht. Und obwohl eine
Neonazi-Partei auf dem Vormarsch ist und es einen terroristischen Angriff auf die
Deutsche Botschaft gab. Machen Sie sich nur keine Sorgen darum, denn die
Verhandlungen zu unserem MiFID waren ja erfolgreich.


Und in vielerlei Hinsicht, fasst dies die beiden Europas zusammen. Das Europa,
über das hier drinnen gesprochen wird, von den Träumern. Die, die neuen
Vereinigten Staaten von Europa errichten wollen, mit einer Identität
und einer
Währung und einer realen Welt außen herum. Und Sie, Herr Samaras, kommen
hier her und erzählen uns, dass Sie den souveränen Willen des griechischen
Volkes repräsentieren. Es tut mir Leid. Aber Sie haben in Griechenland nichts
mehr zu sagen. Ich schlage sogar vor, Sie benennen Ihre Partei um. Sie heißt
„Neue Demokratie“. Ich schlage vor, Sie nennen sie „Keine Demokratie“
. Denn
Griechenland ist jetzt unter fremder Kontrolle. Sie können keine Entscheidungen
treffen. Sie haben Rettungsgeld erhalten. Sie haben die Demokratie aufgegeben,
die Sache, die ausgerechnet ihr Land erfunden hat.
Sie dürfen nicht zugeben, dass
der Beitritt zum Euro ein Fehler war. Denn Herr Papandreou tat das, stimmt’s
nicht? Der sagte sogar, es solle in Griechenland ein Referendum geben. Und
innerhalb von 48 Stunden ließ die unheilige Dreifaltigkeit, die jetzt diese
Europäische Union regiert, ihn entfernen und durch eine ehemalige Goldman-
Sachs-Marionette ersetzen.


Wir werden nun regiert von Großkonzernen und Großbanken und – im Schatten
von Herrn Barroso – von großen Bürokraten.
Und genau darum wird es bei den
Europawahlen gehen. Es wird eine Schlacht von nationaler Demokratie gegen
EU-Staatsbürokratie. Was immer Sie in diesem Haus sagen, die Leute da draußen
wollen keine Vereinigten Staaten von Europa. Sie wollen ein Europa der
souveränen Staaten, die gemeinsam handeln und arbeiten. Und ich denke, die
Europawahlen werden einen Wendepunkt markieren. Bis zum jetzigen Zeitpunkt
hat jeder gedacht, dass vielleicht einige die Entwicklungen in der Europäischen
Union nicht gutheißen, es aber unumgänglich sei. Dieser Mythos, die
Unumgänglichkeit, wird bei den Europawahlen in diesem Jahr erschüttert
werden. Vielen Dank.“


http://www.youtube.com/watch?v=g8fM-bMCZFU

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