02.03.13

Zum Euro

Im wirtschaftlichen Zusammenspiel von Volkswirtschaften ist wichtig, dass es eine Balance in den Handelsbeziehungen gibt – oder anders ausgedrückt, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Strukturen zusammenpassen. Mittel- bis längerfristig sollte der Saldo aus Importen und Exporten ausgeglichen sein. Andererseits führt die wachsende Verschuldung für die exportschwachen Länder in eine Spirale von Abhängigkeiten, da durch die immer höher steigende Zinslast an die ausländischen Geldgeber immer weniger Möglichkeiten für den eigenen Wirtschaftskreislauf übrig bleiben – bis zum bitteren Ende.
Um ein Ungleichgewicht in der Leistungsbilanz auszugleichen ist die Währungsparität ein sehr wichtiges und effektives Steuerungsinstrument. Beispielsweise bringt eine Abwertung der Währung eine höhere Wettbewerbsfähigkeit für die Exporte und eine Verteuerung der Importe. Die Exporte werden steigen und die Importe fallen und das ist ein Schritt in die richtige Richtung für eine ausgeglichene Leistungsbilanz.

Der Export würde zusammenbrechen, Arbeitslosigkeit und Armut würden steigen und der materielle Wohlstand dramatisch sinken, das sind auch die Argumente der EU-Politik für den Fall eines Austritts von Ländern aus der EURO-Währungsunion.
Man könnte sich dabei fragen: Wieso hängt die Leistungsfähigkeit, die Qualität der Produkte und Dienstleitungen einer Volkswirtschaft von der Währungseinheit ab, welche auf den Geldscheinen aufgedruckt ist?
Oder ist es entscheidend, wie wettbewerbsfähig diese Leistungen für die Kunden sind, wie viel dafür bezahlt werden muss? Und ist das nicht eine Frage der Währungsparität?
Und, man könnte sich weiters die Frage stellen, warum beispielsweise Länder wie Dänemark, Schweden, Vereinigtes Königreich oder Schweiz und Norwegen mit ihren eigenen Währungen nicht in Armut versinken?  
Auch wenn Politiker und ihre Experten wortreich über die Erfolge einer Währungsunion berichten und mit Statistiken ihre Argumente untermauern: So manches Argument versteckt sich hinter einer Scheinkorrelation a la „viele Störche - viele Kinder“ oder „Miniröcke und die Börsenkurse steigen“. Ein Denkfehler, denn eine gemeinsame Währung kann nur in einem Verband mit einheitlich starken Wirtschaften funktionieren.
Dass es bei der Aufnahme einiger Länder in die EU-Währungsunion ein Konstruktionsfehler und Beitrittslügen waren, war und ist eine weitestgehend unbestrittene Erkenntnis. Nun ist diese Erkenntnis in erschreckendem Ausmaß in der Realität angekommen, ein hoher Preis für die kleinen Bequemlichkeiten einer gemeinsamen Währung.
Auch eine zentral gesteuerte, gemeinsame Geld- und Finanzpolitik kann die Unterschiede in der Leistungsfähigkeit bestenfalls etwas reduzieren, aber nicht aufheben. Denn die Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit ist die Leistung - effizient das Richtige tun. Geld kann dabei wichtig sein, wenn es darum geht, durch Investitionen die Effizienz bei der Realisierung der richtigen Produkte oder Dienstleistungen zu steigern – als Mittel zum Zweck. Oder eben, wenn es an der Effektivität mangelt, eine entsprechende Währungsparität.

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