18.04.11

Tausendundeinenacht

Zum „Krone“-Bericht: „EU: Erasmus-Studium sprengt alle Rekorde“, vom 8. April: Was nutzt einem in der Theorie die Möglichkeit, im Zuge des Studiums ein oder zwei Semester im europäischen Ausland studieren zu können, wenn es für viele in der Realität ohnehin scheitert, weil man „dank“ der EU gleich gar keine Möglichkeit hat, hierzulande ein Studium zu beginnen (unter anderem bei Medizin)? Aufgrund der EU-Mitgliedschaft gibt es nämlich in Österreich eine immer größer werdende Zahl an ausländischen Studenten, vornehmlich aus Deutschland, und in der Folge Zugangsbeschränkungen, welche vielen jungen Österreichern und Österreicherinnen, die in ihrer Heimat gerne ein Studium beginnen würden, die Möglichkeit dazu nehmen!
Abgesehen davon, was uns die EU-Oberlehrer zu gerne verschweigen: Österreich nimmt am Studentenaustauschprogramm Erasmus bereits seit 1992 teil, also schon lange vor dem leidigen EU-Beitritt! Die EU-freien Länder Schweiz und Norwegen nehmen ebenfalls daran teil.

Daran sieht man: Das Argument, dass Österreich die EU-Mitgliedschaft für die heimischen Studenten bräuchte, kann man getrost ins Reich der EU-Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ verweisen.


Elfriede Stempfer,Wien
erschienen am So, 17.4. in der Krone

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